Es erscheint so einfach: Man fügt einen Stack in seine Seite ein und schon bekommt man eine brauchbare suchmaschinentechnische Schwachstellenanalyse. Dafür gibt es seit einiger Zeit einen Stack: SEO-Rx. Doch ist dieser Stack der neue Stern am Himmel der Suchmaschinenoptimierung für RapidWeaver…?

Ich habe mir dieses Teil angeschaut und die teilweise geäußerte positive Rückmeldung kann ich so nicht teilen. Im Gegenteil: All jene, die keine Ahnung von SEO haben, könnten nun auf die Idee kommen, er reiche aus, diesen Stack in ein Projekt einzufügen, ein paar der monierten Fehler zu eliminieren und gut ist.

Das Problem: So funktioniert SEO nicht.

 

Der Nutzen von SEO-Rx

SEO-Rx fokussiert sehr stark auf die Optimierung von Bilder - und hier auf die Dateinamen und die ALT-Tags. Dateigrößen bleiben außen vor, schade drum, denn das ist einer der wichtigeren Faktoren für die Ladegeschwindigkeit einer Webseite.

Apropos Ladegeschwindigkeit: Es technisch zwar möglich, die Ladegeschwindigkeit einer Webseite direkt während der Projektbearbeitung zu checken, aber es macht keinen Sinn, denn relevant ist ausschließlich die Ladezeit der veröffentlichten Webseite und da gehen Faktoren ein, die ich an einem nicht veröffentlichten Projekt nicht erfassen kann. Über die Faktoren, die hier eingehen schweigt sich das Tool aus und weiß der Anwender auch nicht, wo er ansetzen soll um die Ladegeschwindigkeit zu optimieren, allenfalls steht da: "Poorly optimised for page loading speed and search engine". Und nun...?

Oder man liest: "Your SEO-RX score is rated as "F" (0%)." Und dies bei einer Seite die lege-artis in sinnvollem Rahmen von Hand optimiert wurde und die bei den entsprechenden Suchbegriffen durchaus gut rankt. Kein Wunder, dass das Tool zu so einem schlechten Score kommt, wenn es Fehler bemeckert, die gar nicht vorhanden sind

Was ist eigentlich mit der Bewertung von Javascript- CSS-Dokumenten? Was ist mit Caching und Serversteuerung? Geht nicht, weil die Seite nur lokal ausgewertet werden kann.


Peek als Alternative?

Es gibt noch einen weiteren SEO-Stacks: Peek von Yuzool. Peek ist nicht als Einzel-Stack erhältlich, sondern nur im Rahmen eines Stack-Bundles oder wenn man den Premium Support abonniert hat. Inwieweit das ein erfolgreiches Geschäftsmodell ist, kann ich nicht beurteilen, aber Peek greift an einer andern Stelle wie SEO-Rx an:

Während SEO-Rx innerhalb eines Projektes auswertet, ist Peek mit einer ebenfalls von Yuzool betriebenen Plattform verknüpft. Wenn du deine Seite mit Peek auswerten möchtest, ziehst du den Stack in deine Seite, anschließend öffnest du die Seite im lokalen Webbrowser (nein, nicht in der RapidWeaver-Vorschau). Hier hast du die Möglichkeit einen PDF-Bericht herunter zu laden.

Dieser Bericht listet einige für die Suchmaschinenoptimierung relevante Kriterien auf und bewertet deine Seite anhand dieser Kriterien. Letztlich macht dieser Stack nichts anderes wie einige mitunter kostenlos nutzbare SEO-Bewertungsseiten, die du im Internet findest. Das ist ja auch kein Wunder, denn hinter Peek steht ja auch so eine SEO-Bewertungsseite.

Das Problem all dieser Bewertungsseiten: 

Im Grunde genommen lässt sich eine suchmaschinentechnische Bewertung einer Seite nicht automatisieren. Sie geben zwar einige Anhaltspunkte, wo du nachbessern kannst, aber die Ergebnisse, die diese Tools ausgeben, bilden nicht das suchmaschinentechnische Potential bzw. Defizit einer Seite ab. Die wirklich nützlichen Tools kosten viel Geld und benötigen gehörig Fachwissen, um mit den Bewertungen umgehen zu können. Meistens haben die Seiten  ganz andere suchmaschinentechnische Probleme: 

Falsch aufbereitete Bilder, oft erhebliche Defizite in der Ladegeschwindigkeit, Fehler in der Serverkonfiguration, Defizite in der Nutzerführung.

Wenn du wirklich ernsthaft suchmaschinentechnische Auswertungen betreiben willst, kommst du um die diversen teuren Bezahllösungen von WiseSEO über SEOlytics, bis Sistrix oder andere nicht drumherum - aber das ist dann eigentlich nicht mehr für den "normalen" RapidWeaver-Nutzer gedacht.


Solides Handwerk statt automatisierte Bewertungsversuche

Ich will nicht alles kritisieren: Immerhin gibt es in diesen Stacks ein paar allgemeine und grundsätzliche Hinweise zum Thema Suchmaschinenoptimierung. Und das, was diese Tools  bieten, ist immerhin besser als gar keine Suchmaschinenoptimierung. Ich könnte jetzt noch eine ganze Liste an Punkten anhängen, ich will aber lieber darauf eingehen, wie man tatsächlich zu suchmaschinenoptimierten RapidWeaver-Projekten kommt - und das geht nicht über so ein Tool, sondern nur mit solidem Basiswissen:


Du brauchst interessanten Inhalt

Erst einmal brauchst du gute Inhalte, die den Besucher für das, was du “verkaufen” willst, interessieren. Das, was du wahrscheinlich unter Suchmaschinenoptimierung verstehst, ist eher nachranging.

Mach dir ein Konzept, wer dein Seitenbesucher überhaupt ist und was er potentiell im Internet sucht. Für dessen Problem bietest du im eine Lösung. Aber dazu musst du deinen Seitenbesucher kennen bzw. dir ein exaktes Bild von ihm machen.

Und halte dir vor Augen, dass das, was du für interessanten Inhalt hältst, für den Seitenbesucher vielleicht eine sterbenslangweilige Angelegenheit ist...

 

Deine Ranking-Chancen tendieren ohnehin gegen Null

Die Chancen eines kleineren Webauftritts (und die meisten mit RapidWeaver erstellten Projekte sind eher kleine Projekte), mit proaktiven Maßnahmen das Ranking zu verbessern, gehen eher gegen Null.

Bei derartigen Projekten geht es eher darum, grobe Fehler, die sich negativ auf das primär ohnehin erst einmal recht chancenlose Ranking auswirken, zu vermeiden.

Verstehe mich bitte nicht falsch:

Du solltest SEO nicht einfach vergessen. Du solltest schon ein paar Grundregeln beachten. Aber je kleiner der Webauftrtritt, desto schlechter sind per se seine Chancen im Wettrennen um die besten Plätze in den Suchergebnissseiten. Konzentriere deinen Aufwand primär auf eine gute Gestaltung, eine gute Nutzerführung und auf interessanten Inhalt. Mit langweiligem Inhalt aus marketinggerechten Blabla-Phrasen, mit selbst geschossenen iPhone-Photos ohne Konzept wirst du keinen Seitenbesucher hinter dem Ofen verlocken können.

Und vergiß diesen Wunsch, bei Google an der ersten Stelle zu stehen.

 

Schritte zu suchmaschinenoptimierten RapidWeaver-Projekten


Wie willst du überhaupt gefunden werden?

Du machst eine Keywordanalyse (wen will ich wie und mit welchen Begriffen erreichen und welche Begriffe sind überhaupt hinreichend konkurrenzfähig?)

Dann erstellst du qualitativ hochwertige und keywordoptimierte Inhalte (wenn die Ansprüche nur halbwegs hoch sind, lässt du das professionell erstellen, denn iPhone-Fotos und bemühte Textergüsse in Pennäler-Qualität locken Seitenbesucher genauso wenig hinterm Ofen vor wie dämliches Marketing-Gewäsch.

 

Ohne Layoutkonzept kein SEO

SEO beschränkt sich nicht nur auf die Optimierung vom Meta- und ALT-Tags oder irgendwelche technischen Aufbereitungen im Webseiten-Untergrund. Seiten müssen eine Struktur besitzen, die der Seitenbesucher versteht und die ihn dorthin führt, wo du ihn hin haben willst.

Du erstellst also ein benutzerfreundliches Layoutkonzept, welches geräteübergreifend einwandfrei funktioniert (im schlimmsten Fall von der AppleWatch bis zum 5K-Fernseher). "Benutzerfreundlich" heißt aber nicht, dass du die Startseite mit einem bemühten "Willkommen auf meiner Homepeitsch" erschreckst, sondern dass du den Interessen und Fähigkeiten deiner Zielgruppe möglichst gerecht wirst und sie dorthin führen musst, wo du sie haben willst - im schlimmsten Fall zum "Kaufen-Button". Kennst du deine Zielgruppe überhaupt...? 

Du fügst die Inhalte ein und testest die Qualität der Ausgabe mit den diversen Browsern.


Strukturierierung der Inhalte

Inhalte einzufügen ist das eine. 

Aber Inhalte müssen auch aufbereitet werden. Das dient einmal dem Nutzererlebnis, das dient aber auch der Suchmaschinenoptimierung. Bilder müssen mit aussagefähigen Titeln und ALT-Texten versehen werden und Texte in verdauliche Häppchen müssen gegliedert werden - dazu brauchst du eine semantische Überschriftenstruktur

Was du nicht brauchst, sind endlose Ergüsse über dein Arbeitsgebiet - auch wenn du selbst noch so überzeugt von deiner Dienstleistung oder deinem Produkt bist, will das, was du schreibst, ab einem gewissen Punkt niemand mehr lesen. Es gilt hier Text und Code in ein zielführendes Verhältnis zu setzen und den Text so aufzubereiten, dass er einmal den Seitenbesucher fesselt und zum anderen den Suchmaschinen über bestimmte Schlüsselbegriffe Ansatzpunkte bietet.


SEO-gerechte Meta-Informationen

Jetzt erst erfolgt das, was Lieschen Müller für Suchmaschinentricks hält:

Du erstellst geeignete keywordoptimierte Meta-Informationen, dazu gibt es für RapidWeaver einige Hilfsmittel und Ansatzpunkte – und nein, die Keyword-Meta-Tags gehören nicht dazu…

 

Ohne belastbare Daten keine Erfolgsanalyse

Um zu wissen, ob deine Optimierungsbemühungen irgendeinen Sinn machen, richtest ein Seitentracking ein - aber nicht Google Analytics oder Piwik, denn das verstehst du als Laie im Regelfall nicht und die Daten sind ohne Filterung ohnehin nicht hinreichend aussagefähig, sondern z.B. solche Onlinedienste wie Stetic oder Gosquared , ganz einfach weil diese die Daten laiengerechter aufbereiten. Und für RapidWeaver-Nutzer gibt es von Gosquared übrigens ein spezielles Angebot.

Du betreibst darüberhinaus ein spezielles Keywordtracking (da gibt es verschiedene Anbieter von preiswert bis knalleteuer) und passt deine Inhalte regelmäßig an.

Und und und…

 

Willst du mehr wissen?

So, das war die Kurzfassung meines Ebooks zum Thema

RapidWeaver und Suchmaschinenoptimierung