Die systemeigene Schriftverwaltung ist für den Durchschnittsnutzer eigentlich ausreichend. Wenn man kreativ arbeitet, kommt man mit diesem Programm aber schnell an Grenzen. Die sich bietenden "großen" Alternativen sind in ihren Funktionen aber so erschlagend, dass sie für viele Nutzergruppen Overkill ist, außerdem graben sich diese Schriftverwaltungen tief in das System ein, was dann wieder zu Fehlfunktionen führen kann. Sucht man irgendwas in der Mitte, wird die Luft dünn.

RightFont ist schon etwas länger auf dem Markt und versuchte genau diese Lücke oberhalb der systemeigenen Schriftverwaltung aber unterhalb der großen Lösungen zu schließen. Nun ist es in Version 5 heraus gekommen.

RightFont gräbt sich nicht tief in das System ein, sondern legt auf Benutzerebene eigene Datenbanken an, in welche Schriften importiert werden, aber auch die Systemschriften katalogisiert werden. Die systemeigene Schriftverwaltung wird dabei nicht deaktiviert, sondern nur ergänzt. Innerhalb der Programmoberfläche von RightFont kann man sich schnell Übersicht über seinen Schriftenbestand verschaffen und diese Schriften dann auch unkompliziert aktivieren bzw. deaktivieren. Es lassen sich Cloud-Fonts von Google, Typekit, Skyfonts und Monotype nutzen und in eigene Datenbanken importieren. Mit Version 5 ist es nun auch möglich, eigene Datenbanken zu erstellen. Schriften lassen sich rechnerübergreifend nutzen indem man sie in die iCloud, Dropbox oder Google Drive auslagert

Version 4 krankte an einigen Problemen, die u.a. die Nutzeroberfläche betrafen: So konnte man das Fenster nicht so weit aufziehen, dass man schnellen Überblick über viele Schriften hatte und man musste bei einer großen Schriftbibliothek elend lange scrollen bis man ans Ziel kam. Außerdem: Bei einem deutlich vierstelligen Bestand an Schriften gab es Performanceprobleme und das Programm wurde u.U. recht zäh. Version 5 ist nun völlig neu gestaltet und die o.g. Probleme sind behoben.

Die Möglichkeiten von RightFont sind sicher begrenzt, aber das ist der Preis der Unkompliziertheit. Was fehlt, sind z.B. Möglichkeiten Schriften auf Fehler zu überprüfen oder den Fontcache zu löschen. Was auch fehlt, ist die Anzeige von umfassenden Schriftinformationen (aber das bietet die systemeigene Schriftverwaltung auch nur in Teilen). Und was mit Version 5 weggefallen ist, ist die Bereitstellung diverser Icon-Fonts, was ich etwas schade finde, aber wer Icon-Fonts nutzen will, kann sich anderer Wege bedienen. Was auch fehlt, ist eine Sortierung nach Schriftschnitt - in Version 4 gab es das noch und war sehr hilfreich. Diese Sortier- bzw. Suchfunktionen sollen aber noch nachgereicht werden.

Wer mit den Beschränkungen leben kann, ist mit RightFont gut bedient. RightFont kostet rund € 30,00. Für Studenten und Bildungseinrichtungen gibt es einen Rabatt.